Es ist fast soweit: Das lang ersehnte v2 Update für die Aerosoft CRJ steht in den Startlöchern und soll am 1. April veröffentlicht werden. Doch schon heute könnt ihr hier auf simflight.de einen ersten Blick auf die Neuerungen werfen. Wir nehmen die CRJ 900 im MSFS2024 unter die Lupe und stellen den Lufthansa-Flug (bzw. den “Hüpfer”) zwischen Frankfurt und Stuttgart nach.
Outside Check
Unsere Reise beginnt auf der Parkposition V175, wo im realen Leben oft mehrere dieser schlanken Regionaljets nebeneinander aufgereiht sind. Mit dem Walkaround-Modus des MSFS2024 können wir um den Flieger herum schlendern und ihn genau inspizieren. Schon bei der ersten Annäherung fällt auf, dass die Texturen erstaunlich scharf sind, selbst bei relativ geringer Entfernung. War das bereits in Version 1 so? Falls nicht, wurde hier eindeutig nachgebessert. Ansonsten lässt sich zum äußeren Erscheinungsbilds des Flugzeugs wenig Negatives sagen. Lediglich die Modellerierung des Fahrwerks lässt zu wünschen übrig. Die Reifen erscheinen etwss eckig, das restliche Fahrwerk befindet sich nicht unbedingt in einem besseren Zustand. Das geht noch besser! Die sonstige Modellierung, wie zum Beispiel der Landescheinwerfer, ist soweit in Ordnung und die Texturen sind insgesamt detailliert und realistisch.








Kopf einziehen, bitte
Nachdem wir uns einen ersten Eindruck vom Äußeren verschaffen haben, machen wir uns auf den Weg ins Innere der CRJ. Bevor wir uns jedoch ins Cockpit setzen, öffnen wir die (nun funktionale) Cockpittür und werfen einen Blick in die neu gestaltete Kabine. Hier zeigt sich ein großer Fortschritt im Vergleich zur Version 1, bei der die Bestuhlung noch sehr rudimentär umgesetzt war. In der v2 ist die Kabine funktional und schön detailliert. Sie ist zwar nicht visuell überwältigend, aber sie erfüllt ihren Zweck und ist insgesamt gut gelungen. Besonders nett anzusehen sind die „Fasten Seatbelt“- und „No Smoking“-Anzeigen, die exakt der Schalterposition im Cockpit entsprechen und dementsprechend aufleuchten. Ein kleines, aber feines Detail, das für zusätzlichen Realismus sorgt.
Auf dem Rückweg zum Flightdeck entdecken wir noch eine weitere Besonderheit: Die Sitze sind nun mit Bildschirmen des In-Flight Entertainment (IFE) ausgestattet. Zwar ist diese Ausstattung für eine CRJ eher untypisch – in der Realität haben kaum Airlines diese Option bei ihren Regionaljets verbaut – dennoch sorgt sie für einen weiteren Hauch von Detailtreue. Auch wenn es nicht ganz der Realität entspricht, ist es eine nette Ergänzung, die das Gesamtbild abrundet.






Lieblingsplatz? Vorne links!
Nun ab nach ganz vorne auf den Kapitänssitz. Das Cockpit sieht soweit recht vertraut aus. Es sind keine großen Änderungen auf den ersten Blick ersichtlich, doch die Enge dieses kompakten Cockpits ist direkt wieder spürbar. Nichtsdestotrotz schwenken wir den Blick zum Overhead-Panel und geben Strom auf den Flieger. Dabei fällt auf, dass die Schalter und Drehregler “schöne” Klickgeräusche machen – das gefällt!

Während die Systeme hochfahren widmen wir uns einem ganz besonderen Teil des Fliegers, der eine große Überarbeitung erfahren hat. Die Rede ist vom Electronic Flight Bag (EFB). Mit einem Klick auf das Display aktivieren wir das Multitool und es fallen direkt einige Neuerungen ins Auge. Zunächst einmal ist die EFB-Version nun auch mit “AeroOS” 2.0 gekennzeichnet. Des Weiteren findet sich am unteren rechten Rand eine Anzeige zur aktuellen Simrate.
Weitaus umfangreicher sind die Erweiterungen des Funktionsumfang des EFBs. So lässt sich nun neben dem Checklistenreiter ein weiterer Tab mit der Aufschrift “Flightplan” finden. Nachdem in den Optionen die Simbrief User ID (nicht der username) gesetzt wurde, kann hier mit einem Klick der aktuelle Flugplan gezogen werden. Essenzielle Informationen wie Route, Wetter und Distanz werden direkt in dieser Übersicht dargestellt. Für alles weitere kann auch der originale OFP betrachtet werden. Mit einer Art Schnellwahltaste kann direkt zum passenden Abschnitt im durchaus langen Flugplan gesprungen werden – äußerst praktisch! Außerdem bietet die neue Flightplan Seite nun auch die Optionen den Flugplan direkt zum FMS zu senden und Fuel sowie Payload aus dem OFP zu übernehmen.
Genauere Angaben dazu finden sich auch auf der bekannten Performance Seite. Hier hat sich nicht viel verändert, denn sowohl die TakeOff- als auch die Landingspeed-Berechnung sind schon seit Version 1 der CRJ fester Bestandteil des EFBs. Eine Berechnung der Take-Off-, sowie der Landedistanz sind auch mit dabei. Großartig!
Auf der nächsten Seite, der Aircraft Page, können diverse Türen und Panel States gesteuert werden. Die Option, den Jetway andocken zu lassen ist neu. Weiter geht es mit der Maintenance Page. Große Neuerungen können hier nicht festgestellt werden.
Doch dann folgt für die CRJ ein großer Sprung nach vorne: Die Navigraph Charts sind nun nativ im EFB implementiert. Um diese zu nutzen muss in den Optionen der eigene Navigraph Account verknüpft werden. Vorraussetzung dafür ist natürlich eine aktive Subscription.
Zuletzt folgt noch die Seite mit den vielen Optionen. Neben der Schubhebelkalibrierung sind hier auch weitere Einstellungen zu FMS, MFD und mehr zu finden (siehe Bilder). Kabinensounds und entsprechende Ansagen sind hier schon seit Version 1 fester Bestandteil. Neu erscheinen mir jedoch die GSX-Optionen. Automatisches Türen Handling, GSX Refueling und das automatische Schließen der Türen nach dem (De-)Boarding sind nun auch mit dabei. Ich empfinde dies als eine “halbe” GSX-Integration. Das heißt hier geht noch mehr, es ist aber schonmal ein Schritt in die richtige Richtung.
Im Allgemeinen überzeugt das neue “AeroOS” EFB jedoch auf voller Linie. Der Funktionsumfang wurde auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, während eine gute Benutzerfreundlichkeit beibehalten wurde. Ein paar mehr Funktionen in Richtung Performance-Berechnungen und GSX-Integration wären zwar wünschenswert, aber ihr Fehlen beeinträchtigt die Nutzung nicht maßgeblich.










Etwas unter dem EFB befindet sich die SKYCAM, die eigentlich dazu genutzt werden kann, einen Blick in die Kabine per Kamera zu werfen. Dreht man den Schalter jedoch auf Postion 3 wird man plötzlich von Mathijs Kok, Ex-Aerosoft Produkt Manager, angestarrt. Ein Relikt aus Version 1…?

Fliegen muss es
Nun reicht es aber mit den vielen Spielereien, es warten immerhin 90 Passagiere, die schnellstmöglich nach Stuttgart wollen. Also starten wir mit den Vorbereitungen im FMS. Dank dem neuen Simbrief-Import geht dies erstaunlich schnell. Auch Perfromancedaten können direkt vom EFB aus gesendet werden. Während den Eingaben am FMS fällt auf, dass der Speedbrake-Klickspot, wie schon in der v1, das Betätigen der CLR-Taste behindert. Doch ab sofort wurde hierfür Abhilfe geschaffen. Mit der Tastenkombination Ctrl+1 im MSFS2020 (und Shift+1 im MSFS2024) positioniert sich die Kamera über dem FMS, während die Speedbrake in diesem Augenblick ausgeblendet wird. Hier hat jemand mit Verstand eine gute Lösung gefunden – das gefällt!
Die gesamte Route mitsamt SID und STAR ist somit auch schnell eingegeben und nach dem Setzen von weiteren Schaltern sowie dem Lesen der Checklisten sind wir schon bereit für den Triebwerksstart.
Mit einem simplen Klick auf den Startknopf (Achtung Neurung: Dieser muss in der Version 2 ca. 3 Sekunden gedrückt werden) fahren die Engines nun langsam hoch. Der Sound ist, wie auch im Verlauf des restlichen Fluges, in Ordnung aber nicht außergewöhnlich. Das Boris Spundpack ist vermutlich weiterhin der standardmäßigen Geräuschskulisse überlegen.
Sobald dann die Triebwerke laufen begeben wir uns auf den Weg zur Startbahn. Das Ground Handling fühlt sich gut an, sowohl beim Rollen, als auch beim späteren Take-Off. Zwar ist die CRJ bei höheren Geschwindigkeiten etwas “wackelig”, diese Auffälligkeit ist jedoch längst nicht mehr so groß wie in der v1. Auch das Fluggefühl in der Luft ist an sich gut, doch auch hier bewegt sich der Flieger teilweise sehr spielerisch und agil um die Rollachse. Dies mag daran liegen, dass die CRJ ja ein eher schmales und verhältnismäßig leichtes Flugzeug ist. Somit fällt die Beurteilung nach der Richtigkeit und Realitätsnähe der Flugeigenschaften, wie so oft, sehr schwer.
Der restliche Flug verläuft sonst relativ unspektakulär. Während der Autopilot die Route souverän abfliegt, gefällt mir die CRJ optisch mit der Zeit immer besser. Doch mit dem VNAV hatt zumindest ich noch einige Schwierigkeiten. An manchen Stellen war es nicht immer korrekt und seine Berechnung empfand ich manchmal als nicht wirklich passend. Eine weitere Auffälligkeit ist die sensible Schubsteuerung im Reiseflug. Aufgrund des fehlenden Autothrottles [kein Bug, das ist die Realität bei der CRJ ;-)] muss der Schub manuell gesteuert werden, wobei es schon bei kleinen Korrekturen große Geschwindigkeitsauswirkungen gibt.
Während andere Streamer teilweise Probleme mit einem ILS in Kombination mit der CRJ v2 hatten, konnte ich solche Probleme nicht direkt reproduzieren.
Ein Hinweis an dieser Stelle wäre noch, dass ich bisher nur wenige Stunden auf der CRJ v1 habe und diese schon eine Weile zurück liegen. Außerdem hatte ich bisher nicht nicht die Zeit, bis ins letzte Detail der Systeme einzutauchen. All dies soll heißen, dass mir durchaus der ein oder andere Bug entgangen sein mag. Es gab jedoch keine massiven “Showstopper” während dem Flug, die direkt aufgefallen wären.
Fazit
Wir sind nun am Ende dieses (P)Reviews der CRJ v2 von Aerosoft / Digital Aviation angekommen und ich hoffe ihr konntet einen umfassenden ersten Eindruck gewinnen. Doch wie lautet die Auswertung des Ganzen?

Zunächst einmal möchte ich die Entwickler loben, überhaupt nochmal so viel Kraft in ein kostenfreies Update für ein verhältnismäßig altes Add-On zu stecken. Die CRJ befindet sich nun in vielen Bereichen endlich wieder auf dem aktuellen Stand der Technik und kann auch erneut bei den großen Jungs aka Fenix und Co mitspielen. Gewinnen tut sie hier jedoch nicht. Dafür fehlt es einfach noch an dem gewissen Extra, das andere Entwickler am Ende des Tages drauflegen. Außerdem besteht an manchen Stellen (siehe Modellierung des Fahrwerks etc.) leider weitehin Verbesserungsbedarf. Dennoch steht fest, dass der neue Preis von unter 50 Euro für das gesamte Bundle (CRJ 550, 700, 900, 1000) durchaus gerechtfertigt und fair ist. Darüber hinaus können sich bestehende Kunden über die Option freuen, alle fehlenden Varianten mit dem Update gratis zu erhalten – zusammengefasst also ein echt fairer Deal! Ich persönlich hatte mit der CRJ MSFS2024 erstaunlich viel Spaß und empfehle sie allen, die Lust auf Neues und etwas Unkonventionelles haben, anstatt immer A320, 737 und Co durch Europa zu gondeln.
PS: Wer die CRJ v2 schonmal in Aktion sehen möchte, findet hier ein Preview vom “A330Driver” und von “A320 Sim Pilot”:
Was haltet ihr von diesem Update und seid ihr schon im CRJ-Fieber? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.
Danke an Aerosoft für das Bereitstellen einer Vorschauversion.
Das Update hat sich auf den 1. April verschoben (kein Aprilscherz), weil Hans Hartmann u.a. durch den oben genannten Stream von A330 Driver am Wochenende auf weitere Fehler aufmerksam geworden ist, die er erst noch beheben will. Das war gestern auch Thema im Cruiselevel-Stream. Heute gibt es also leider noch kein Update für uns.
Danke für die Info, habe soeben auch die offizielle Nachricht gelesen. Der Artikel wurde entsprechend angepast.
Großes Lob???? Diese scammer versprechen schon seit 3 Jahren ein Update und Überraschung, Holding funktioniert noch immer nicht. Waypoints werden noch immer gnadenlos überschossen. Zum Glück hab ich vor paar monaten mein geld von denen zurück geholt. Nie wieder Aeroscam.
Diese „Scammer“ heißen Hans Hartmann, denn der CRJ ist mehr oder weniger ein Ein-Mann-Projekt, das Hans neben seinem regulären Beruf stemmt, was natürlich auch nach sich zieht, dass Updates zugunsten seines Jobs mal länger liegen bleiben müssen. Das hat er gestern auch im Cruiselevel-Stream erzählt. Also Vorsicht bitte mit solchen Internet-typischen voreiligen Verbalinjurien.
wieder typisch für Aerosoft. Riesentamtam vorher, alle scheu machen zund dann nichts als heisse Luft!!
Siehe oben meine Antwort an Timo. Bitte die richtigen Adressaten wählen und dabei die Kirche im Dorf lassen. Danke.
es geht darum einen Tag vorher TamTam zu machen, und nicht wer und unter welchem Umstand das Produkt handelt. Dann bitte “die Veröffentlichung” dann propagieren, wenn es wirklich möglich ist.!!
Meine Güte, geht die Welt davon unter, dass Hans Hartmann durch einige Streams kurzfristig auf Fehler aufmerksam gemacht wurde, die er fairerweise noch beheben will, bevor wir Simmer uns damit rumschlagen müssen? Hier ist einiges gerade gewaltig schief gewickelt.
Die Fehler der V1 sind bis heute nicht gefixt. Ich prophezeie, dass auch die V2 niemals auch nur ansatzweise Study Lvl erreichen wird. Wenn es gut kommt kann die CRJ geradeaus fliegen. Abzocke, das war schon immer die Prämisse von Aerosoft und da sucht man sich halt auch Entwickler raus, die dem “Anforderungsprofil” entsprechen.
Und jetzt auch noch krude Verschwörungstheorien. Deutschland im Jahr 2025. Wir haben ja sonst offenbar keine anderen Probleme…
Wurde “Study Level” überhaupt jemals versprochen?
Dass man ein möglichst fehlerfreies Produkt erwartet ist logisch und nachvollziehbar, aber einen Anforderungskatalog zu stellen, der so nie vorgesehen war ist schon äußerst fragwürdig.
Wirkliche Study Level Airliner haben wir derzeit auch außer dem Fenix und den beiden PMDG-Airlinern übrigens keine. Die Ini-Flieger sinds der eigenen Beschreibung des Herstellers nicht, die MD-11 ist es nicht und auch beide Maschinen von Hans Hartmann sind es nicht und sollten es auch nie werden.
Bei so viel Detailtiefe lassen sich doch bestimmt auch die overwing exits öffnen?
